Entstehungsgeschichte des Singspiels "Elbe-Musical"

Der Komponist und Pianist Florian Fiechtner hatte im Sommer 2007 Besuch von seinem ehemaligen Meister, dem in der Nähe von Freiburg im Breisgau lebenden Komponisten und Flötisten Frank Michael bekommen. Während der konversationsreichen Abende in der Elbtalaue, kam das Thema auch auf das 800-jährige Jubiläum der Stadt Bleckede. Frank Michael erzählte, dass die Musikschule in Müllheim ein ähnliches Jubiläum zu feiern gehabt habe und dass vom Direktor dieser Musikschule ein Musical für diesen Anlass komponiert worden war. Frank Michael regte an, dass sein ehemaliger Schüler doch Ähnliches angehen könnte und so entstand die Idee, ein Musical für die Feierlichkeiten der Stadt Bleckede zu schreiben.

Im Spätsommer 2007 waren die Vorbereitungen auf das Stadtjubiläum der Stadt Bleckede schon angelaufen. Um im Zeitplan nicht unter Druck zu geraten, wurde von der Stadt Bleckede Jörg Sohst als Koordinator zur Organisation der Feierlichkeiten eingesetzt. Florian Fiechtner wurde von diesem in das Gremium geladen, welches über ein neues Logo für die 800-Jahr-Feier zu befinden hatte.

Am Ende einer Logo-Sitzung ging Florian Fiechtner auf den Koordinator Jörg Sohst zu, um ihm den Vorschlag, ein Musical für die bevorstehenden Feierlichkeiten zu schreiben, zu unterbreiten. Ohne etwas zu sagen, ging Jörg Sohst auf seinen Koffer zu und entnahm diesem ein Angebot einer Musical-Produktions-Firma, das genau diesen Plan zum Inhalt hatte. Natürlich war man sich einig, dass ein solches Projekt wenn, dann aus Eigenpotential realisiert werden sollte.

Also machte Florian Fiechtner sich an die Arbeit und entwickelte zunächst das Libretto, in das historische und fiktive Persönlichleiten und Ereignisse der Stadt, mit vielen vom Fluß Elbe bestimmten charakteristischen Eigenarten dieser wunderbaren Landschaft der Elbtalaue mit hineingewoben wurden. Als Quelle dienten dem Librettisten und Komponisten unter anderem das Bleckeder Heimatbuch von Ute Schötteldreyer, Literatur über den sagenumwobenen Wildschütz und Volksheld Hans Eidig, etc.., abgesehen von den Eindrücken, denen sich Florian Fiechtner in seiner Kindheit durch die Natur und der Schönheit der Landschaft ausgesetzt sah. Fiechtner achtete in seiner Konzeption des Textes und der Handlung darauf, den Inhalt nicht ausschließlich auf die Ortschaft Bleckede auszurichten, sondern trotz des lokalen Anlasses ein Singspiel zu entwerfen, dass auf jeder Bühne aufführbar ist.

Das Libretto, oder besser: die Urform des Librettos war im April 2008 fertig gestellt (begonnen: Oktober 2007). Teilweise parallel wurden schon die ersten Vertonungen der entstandenen Texte komponiert. Die vorläufige Partitur war im Sommer 2008 fertig. Sie umfasste jetzt ca. 90. Minuten. Die ersten Kontakte und Realisierungsansätze wurden unternommen. Harald Büchtmann, der ehemalige Bühnenmeister des Theaters Lüneburg, konnte von der Idee begeistert werden und fertigte schon in dieser Zeit die ersten Zeichnungen des Bühnenbildes an. Zeitgleich konnte Holger Meyer als Bühnenbildmaler angeworben werden. Harald Büchtmanns Beziehungen zum Theater Lüneburg bescherten dem Singspiel zusätzliche Kostüme und Requisiten (die Kostüme der Nymphen wurden ausschließlich in Eigenarbeit entworfen, hier sei der Name Sandra Petersen besonders erwähnt! und von den Nymphen höchstpersönlich geschneidert).

Da der Komponist Florian Fiechtner aus der sog. ernsten Musik kommt, wählte er ein Kammerorchester mit folgender Besetzung :

2 Flöten, 1 Oboe, 2 Klarinetten, 1 Horn in F, 1 Trompete (b), 1 Posaune, 1 Basstuba, Klavier, 1 Schlagzeug

Streicher: I.+II. Violinen, Bratsche, Celli und Kontrabässe (sollen möglichst wie folgt besetzt werden: 6 I Vl, 6 II Vl, 6 Bratschen, 4 Celli und 2-3 Kontrabässe)

SängerInnen: 2 Tenöre, 1 Bass, 2 Soprane, 2 Alt-Stimmen und Frauenchor I + Frauenchor II

 Nach und nach suchte sich Florian Fiechtner die SängerInnen zusammen. Der Chor wurde zusammengestellt und die ersten Proben begannen im Spätherbst 2008.

Die Musiker des Orchesters kommen aus allen Altersgruppen zwischen 15 und 82 Jahren und sind ausschließlich Laien. Ebenso die Besetzung des Nymphenchores, bei dem sich die Altersspanne zwischen 56 und 17 Jahren erstreckt.
Bei den Schauspielern ist der Älteste 65 und die jüngste Mitstreiterin 17 Jahre alt.

Ende 2008 zog sich die Stadt Bleckede aus dem Projekt zurück. Was zunächst möglicherweise das Ende des Elbe-Musicals hätte bedeuten können, erwies sich eher als Ansporn. Es bildete sich eine neue Arbeitsgruppe, unter der Leitung von Karen Jeskulke, die mit überaus hohem und engagiertem Arbeitseinsatz das Projekt nach vorne trieb. So konnte sich Florian Fiechtner ausschließlich um die musikalische Leitung kümmern, während die Arbeitsgruppe die Organisation mit allem, was dazu gehört, in die Hände nahm. Auch wurde die von Jörg Sohst initiierte (finanzielle) Abwicklung über den Männer Gesangsverein MGV Gemischter Chor Garlstorf unter dem Vorsitz von Manfred Bode fortgeführt. Nachdem die Stadt Bleckede nun kein mögliches finanzielles Restrisiko zu tragen hatte, sagte sie Ihre volle Unterstütztung für das Projekt zu.

Es wurden der junge Regisseur Johannes Winter gewonnen, der sich sein Regieteam zusammenstellte. Nach intensiven Diskussionen wurde das Libretto von Florian Fiechtner noch einmal umgearbeitet, was auch bewirkte, dass noch ein Finalstück Musik in die Partitur eingebaut wurde. Den Feinschliff bekam die Partitur jedoch erst Ende Juni 2009, wo dann die finale Version vom Komponisten in Zusammenarbeit mit dem Regisseur erarbeitet wurde, was bei den Schauspielern, die inzwischen den Text teilweise schon auswendig gelernt hatten, nicht durchweg auf Begeisterung stieß, da noch einiges an Text zusätzlich gelernt werden musste.

Eine große Herausforderung bildet die Tatsache, dass alle Hauptrollen doppelt besetzt sind. Zunächst als Option für krankheitsbedingte Ausfälle gedacht, konstituierten sich zwei eigenständige, individuelle Besetzungen, die sich mit der jeweils anderen Besetzung abwechselt. Es musste also alles doppelt geprobt werden.
So ist ein Ensemble von ca. 120 Mitwirkenden entstanden, die sich alle ehrenamtlich und mit viel Engagement diesem in Deutschland wohl einmaligen Projekt verschrieben haben.

 

 

Schriftzug: Elbe-Musical, Modernes Singspiel von Florian Fiechtner

Mit freundlicher Unterstützung von:

und weiteren Sponsoren.